Wie hoch sind die Kosten einer Scheidung? Wer trägt diese?

Grundsätzlich entstehen im Rahmen einer Scheidung zwei verschiedene Arten von Kosten. Zum einen die Gebühren für den oder die Rechtsanwälte und auf der anderen Seite die Kosten für das Gericht. Gerichtskosten teilen sich hier noch in Gerichtsgebühren und Gerichtsauslagen (zum Beispiel für die Akteneinsicht für den Rechtsanwalt in die Gerichtsakte). Die Gebühren des Rechtsanwalts trägt der jeweilige Mandant selbst. Hingegen werden die Gerichtskosten hälftig geteilt.

von Lisann Hebert-Wehner in 03/2020

Berechnung des Verfahrenswerts

Die tatsächlich anfallenden Kosten einer Scheidung werden anhand des jeweiligen Verfahrenswertes individuell berechnet. Um den Verfahrenswert einer Scheidung zu ermitteln werden zum Beispiel folgende Parameter betrachtet:

  • Nettoeinkommen beider Partner
  • Anzahl gemeinsamer Kinder und damit verbundene Kindschaftssachen wie Sorgerecht und Umgangsrecht
  • Soll ein Versorgungsausgleich durchgeführt werden?
  • Über welches Vermögen wird von den Ehepartnern verfügt? Gibt es Schulden bzw. Kredite?

Die Gerichtskosten sind in Form eines Vorschusses zu zahlen. Die Rechtsanwaltskosten werden je nach Kanzlei zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingefordert. In manchen Fällen übernimmt auch die Rechtsschutzversicherung die Kosten (bzw. einen Teil der Kosten) für eine Scheidung. Dies ist bei Bestehen einer entsprechenden Versicherung mit dieser abzuklären. Unbedingt zu beachten ist: Je mehr die beiden Parteien in den jeweiligen Punkten übereinstimmen und gemeinsame Lösungen finden, desto geringer kann man die Kosten einer Scheidung halten.

Entscheidet sich das Ehepaar für eine Scheidungsfolgenvereinbarung, so entstehen neben den beiden oben genannten Kosten zusätzlich Notargebühren.

Verfahrenskostenhilfe

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, staatliche Verfahrenskostenhilfe (auch Prozesskostenhilfe, PKH genannt) zu erhalten. Diese muss von den finanziell bedürftigen Personen beantragt werden. Diese Bedürftigkeit ist nachzuweisen. Sie liegt vor, wenn er nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht oder nur zum Teil dazu in der Lage ist, die Kosten für die Scheidung aufzubringen. Die Kosten für die Scheidung werden dann je nach Fall entweder vollständig durch den Staat übernommen, oder es wird die Möglichkeit eingeräumt, diese mittels Raten zu zahlen.

Um Verfahrenskostenhilfe zu erhalten, muss außerdem das Trennungsjahr abgelaufen sein.

Lisann Hebert-Wehner

Lisann Hebert-Wehner

Angestellte Rechtsanwältin

Rechtsanwältin Hebert-Wehner studierte in Leipzig mit Schwerpunkt im Arbeitsrecht. Ihr Rechtsreferendariat leistete sie ebenfalls in Leipzig und war anschließend als Rechtsanwältin tätig. Sie arbeitete überwiegend im Verkehrsrecht und Familienrecht.

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