Wie läuft eine Scheidung ab?

Die Scheidung stellt im Leben eine nicht geplante, emotionale Ausnahmesituation dar. Hierbei wird das Leben meist komplett neu sortiert, durchgerüttelt und auf den Kopf gestellt. Benötigt man für die Eheschließung keinen Rechtsanwalt, so ist er jedoch für die Auflösung einer Ehe notwendig. Vor dem Gericht hat man die Wahl, ob man nur einen Anwalt für die Scheidung benötigt, oder ob jeder der beiden Parteien einen eigenen Rechtsbeistand für das Scheidungsverfahren einsetzt. Wie die Scheidung abläuft, was alles zu beachten ist und welche Fragen gestellt werden wollen, wird dieser Artikel klären.

von Lisann Hebert-Wehner in 03/2020

Um eine Scheidung zu erwirken, müssen folgende Schritte gegangen werden:

  1. Die Trennung vom Noch-Ehepartner.
  2. Unter Beachtung des Trennungsjahrs den Antrag auf Scheidung durch einen Anwalt beim zuständigem Familiengericht einreichen (§ 124 FamFG).
  3. Verhandlung vor dem Familiengericht über den Versorgungsausgleich.
  4. Meist zum gleichen Termin wird dann auch über die Scheidung beim dem Familiengericht verhandelt.

Trennung vom Ehepartner

Damit zum Scheidungstermin vor Gericht das Trennungsjahr vergangen ist, muss das Datum der Trennung mindestens ein Jahr vor diesem Termin liegen. Sollte nur einer der Eheleute die Trennung anstreben, so wird das Trennungsjahr auf drei Trennungsjahre verlängert. Nach Ablauf dieser Zeit kann das Gericht dann von einer gescheiterten Ehe ausgehen.


Scheidungsantrag

Der Antrag auf die Scheidung kann nur durch einen Anwalt beim Familiengericht gestellt werden. Sollten sich beide Parteien einvernehmlich scheiden lassen, genügt es, wenn nur ein Anwalt für einen der beiden die Scheidung beantragt. Dieser Anwalt vertritt dann jedoch lediglich die Interessen seines Mandanten. Dem möglichen Beratungsbedarf auf der Seite des anderen Ehepartners kann und darf er daher nicht nachkommen.


Versorgungsausgleich

Der Versorgungsausgleich beschreibt die Verteilung, der während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften, zwischen den Ehepartnern. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, auf den Versorgungsausgleich zu verzichten. Zum Beispiel, wenn die Dauer der Ehe kurz war, oder der auszugleichende Wert gering ist. Bestimmt wird das Verfahren zum Versorgungsausgleich von einem eigenen Gesetz, dem Versorgungsausgleichsgesetz (VersAusglG).


Scheidungstermin

Der Termin ist bei den meisten Scheidungen der emotional aufreibendste. Hier treffen beide Parteien vor dem Familiengericht aufeinander. Im Vorfeld wurden durch den Rechtsanwalt alle notwendigen Unterlagen eingereicht, bzw. beim Termin vorgelegt. Diese können zum Beispiel eine Kopie der Heiratsurkunde (oder eine Kopie des dem Familienstammbuches), Geburtsurkunden gemeinsamer Kinder, ein Ehevertrag, Nachweis des Trennungsjahres und auch die anwaltliche Vollmacht sein. Damit alles beim Termin reibungslos abläuft, ist eine vertrauensvolle und enge Absprache mit dem Rechtsanwalt von Vorteil.

Lisann Hebert-Wehner

Lisann Hebert-Wehner

Angestellte Rechtsanwältin

Rechtsanwältin Hebert-Wehner studierte in Leipzig mit Schwerpunkt im Arbeitsrecht. Ihr Rechtsreferendariat leistete sie ebenfalls in Leipzig und war anschließend als Rechtsanwältin tätig. Sie arbeitete überwiegend im Verkehrsrecht und Familienrecht.

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